Das Ding mit der Nachhaltigkeit

Es ist in aller Munde: Nachhaltigkeit. Fast schon ein neues Modewort & doch so individuell, was jeder für sich darunter versteht oder damit verbindet.


Nachhaltigkeit. Wenn ich das Wort so anschaue, kommen mir folgende Begriffe in den Sinn: Nach- : nach mir, nach dir, Nachwelt, nacheinander, Nachsicht, Nähe, nackt…. -haltig- : halt, gehalten sein, etwas halten, weil es halt so ist, halt-bar, was halte ich davon? -keit: Nettigkeit, Fürsorglichkeit, Zeit, Schönheit, Kleinigkeit…


Was kommt dir noch so in den Sinn? Was ist Nachhaltigkeit wirklich? Was ist es für dich? Legst du Wert darauf? Oder ist dir das Thema egal, weil es zu «Mainstream» ist?


Für mich ist es ein wahres Herzensanliegen & ich gebe täglich mein Bestes, um meinen Teil für eine nachhaltige, zukunftsfähige Welt zu machen. Denn ja, vielleicht möchte ich irgendeines Tages Kinder haben, welche auch noch etwas von dieser wunderbaren Erde haben sollen. Aber nicht nur das. Auch ich möchte noch eine Weile darauf verbringen können. Denn es gibt noch so viele Wunder zu entdecken, so vieles zu lernen, so viel Liebe zu geben & empfangen.


Und doch Frage ich mich immer wieder: tue ich genug? Und reicht das, was ich tue, überhaupt aus? Verändere ich wirklich etwas oder kann ich es von vornherein einfach sein lassen?

Von vielen Menschen in meinem Umfeld höre ich oft Aussagen wie: «Solange sich an der politischen Situation nichts ändert, wird sich nichts wirklich verbessern… Zuerst müssen die Bevölkerungen in den grossen Ländern anfangen, etwas zu ändern, die Schweiz ist eh zu klein dafür… Ich kann da sowieso nichts machen, das ist ja wie ein Tropf auf den heissen Stein...»


Ja & Nein.


Ja, politisch gesehen muss unbedingt etwas gehen, damit unsere Erde in Zukunft noch bewohnbar sein wird für uns Menschen. Und wie privilegiert wir doch sind in einem Land zu leben, in dem wir mit unserer Stimme mitentscheiden können. Und ja, auch deine Stimme zählt!


Nein, meiner Meinung nach ist es nicht egal, was jeder von uns in seinem Alltag macht. Denn viele kleine Tropfen werden irgendwann zu einem Rinnsal. Dieses wird immer grösser, erst ist es ein Bach, dann ein Fluss und schlussendlich wir es zum Ozean – bildlich gesprochen. Ja, ich liebe diese Vorstellung, als kleiner Tropf ein Teil des Regenschauers zu sein. Ja, ich finde, dass es etwas ausmacht, ob ich meinen Teil dazu beitrage. Und ja klar, mein Gewissen trägt da auch seinen Teil dazu bei. Das heisst nicht, dass ich oder du von heute auf morgen alles in unserem Leben auf den Kopf stellen & dem Nachhaltigkeits-Standard entsprechend anpassen müssen. Aber jeden Tag einen Schritt, so hat noch jeder Weg begonnen.


Was tue ich, in meinem Sinne, für mehr Nachhaltigkeit:

- Ich ernähre mich seit letztem Jahr vorwiegend vegan (teilweise noch vegetarisch).

- Ich kaufe mir keine Getränke mehr in Plastikflaschen & habe wenn immer möglich meine eigene Trinkflasche dabei (ich liebe Thermosflaschen mit warmem Tee).

- Beim Einkaufen, versuche ich so wenig Plastik-Verpackung wie möglich zu kaufen, z.B. «Veggie-bag» immer dabei für Gemüse & Früchte. Karton- oder Papier-Verpackung wenn möglich.

- Ich trenne alles so gut wie möglich (Karton, Papier, Alu, Glas, Plastik)., damit es recycelt werden kann.

- Grundsätzlich weniger Essen auf einmal einkaufen, damit es ja nicht zu Food-Waste kommt. Weniger ist mehr, dafür wieder frisches, leckeres, saisonales Gemüse kaufen gehen wenn ich es brauche.

- Ich benutze eine Menstruations-Tasse während meiner Tage (spart Ressourcen & Geld).


Weitere Ideen für Nachhaltigkeit im Alltag:

- Kleider & Schuhe aus dem Brocki oder Secondhand (geht auch Online) oder einfach die Kleider tragen, die eh du eh schon Zuhause in deinem Schrank hast. Oder was ich schon lange Mal machen wollte (kommt dann schon noch, keine Angst): eine Kleidertausch-Party mit Freunden. Jeder bringt Sachen mit, die sie/er nicht mehr braucht & man kann tauschen & hat so schwupps-die-wupps wieder etwas Neues zum Anziehen. So ‘ne coole Idee finde ich! Wärst du mal dabei?

- Keine neuen Bücher mehr kaufen, sondern in der Bibliothek ausleihen oder einfach als E-Book downloaden. Dann hast du’s eh immer dabei. Oder auch hier: Bücher-Tausch-Party!

- Kosmetik oder Körperpflege-Produkte selber herstellen. Du weisst, was drin ist & kannst sogar mit ätherischen Ölen den Duft selber bestimmen. DIY-Workshops in Planung!

- So wenig wie möglich Fliegen, z.B. innerhalb von Europa darauf verzichten oder bei Langstreckenflügen schauen, dass du nicht nur 1 Woche da bleibst…


Zum Thema Auto sage ich extra nichts. Denn ja, auch ich habe mir zusammen mit einer lieben Freundin letzten Dezember einen VW-Bus gekauft, um damit ab Mai (Drück uns die Daumen, dass es klappt) in den Norden zu fahren. Dafür ist unser Gefährt dann in dieser Zeit unser Zuhause.


Ich komme hier nicht mit erhobenem Zeigefinger oder um zu sagen: ich bin besser als du & tue mehr. Nein, das möchte ich wirklich nicht! Aber ich gebe dir gerne ein paar Anregungen mit auf den Weg, die dich vielleicht inspirieren, Stück für Stück deinen Beitrag zu leisten.


Es fühlt sich supergut an – versprochen! Denn durch gelebte Nachhaltigkeit & einen bewussten Umgang mit unseren Ressourcen, fühle ich mich täglich mehr verbunden – mit mir selber & meiner Mitwelt.


Ab April 2021 werde ich auf Social Media eine 50-Tage-Nachhaltigs-Challenge starten & nehme dich gerne mit auf die Reise. Ich bin gespannt, was auch ich alles dazulernen darf.

Teile gerne deine Erfahrungen & Anregungen mit mir, ich würde mich freuen!

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